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	<title>Software Engineering Blog &#187; Interesse</title>
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	<description>Menschen. Prozesse. Technik.</description>
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		<title>Interesse, Interessenten und Anforderungen</title>
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		<pubDate>Sat, 03 May 2008 08:00:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Requirements Engineering]]></category>
		<category><![CDATA[Anforderungen]]></category>
		<category><![CDATA[Interesse]]></category>
		<category><![CDATA[Motivation]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei der Erhebung von Anforderungen kommt man immer wieder mit den sogenannten Stakeholdern in Berührung, die neuerdings eingedeutscht auch Hutträger genannt werden. Beim Umgang mit diesen Stakeholdern gilt es immer, deren Interesse zuberücksichtigen, also herauszufinden, welche Anforderungen an unsere Software gestellt werden.
Interesse dabei ist ein Begriff, der umgangssprachlich viel eingesetzt wird, jedoch selten bewußt hinterfragt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei der Erhebung von Anforderungen kommt man immer wieder mit den sogenannten Stakeholdern in Berührung, die neuerdings eingedeutscht auch Hutträger genannt werden. Beim Umgang mit diesen Stakeholdern gilt es immer, deren Interesse zuberücksichtigen, also herauszufinden, welche Anforderungen an unsere Software gestellt werden.</p>
<p>Interesse dabei ist ein Begriff, der umgangssprachlich viel eingesetzt wird, jedoch selten bewußt hinterfragt wird.</p>
<p>Sprachlich gesehen leitet sich Interesse wie viele Fremdwörter aus dem lat. Verb „interesse“ ab, welches für an etwas teilnehmen steht. Später wird es im römischen Schadensrecht als Terminus eingeführt und erlebt später im Mittelalter als Wort für Nutzen, Vorteil und Gewinn verwendet eine Renaissance. Klar tritt dies auch heute noch im englischen Wort für Zinsen hervor. Überprüfen Sie das doch mal mit Hilfe von <a href="http://dict.leo.org/?lp=ende&amp;search=Zinsen">Leo...</a></p>
<p>Steht am Anfang eines Projekte die Erhebung von Anforderungen, müssen diese oft mühsam bei den Stakeholdern einholt werden. Die meisten Anforderungen, die bei der Erstellung von Software umsetzen werden müssen, sind direkt oder indirekt auf die Interessen der beteiligten Stakeholder zurückzuführen. Die Geschäftsführung braucht unsere Software, um ihre Produkte besser vermarkten zu können. Der Sachbearbeiter Krüger möchte schnell wichtige Daten wiederfinden, am besten genauso wie auf dem Excel-Sheet, daß er in den letzten Jahren erstellt hat und der Abteilungsleiter Herr Pachulke muß bei jeder Besprechung dabei sein. Dabei erscheinen bestimmte Anforderungen oder Verhaltensweisen auf den ersten Blick nicht sinnvoll oder die Konsequenz mit der auf bestimmte Forderungen bestanden wird, erschwert den Ausgleich zwischen unterschiedlichen Anforderungen. Hier ist es hilfreich zu wissen, welche drei Dimensionen der Begriff Interesse besitzt:</p>
<ol>
<li>Individuelle Dimension</li>
<li>Materielle Dimension</li>
<li>Ideele Dimension</li>
</ol>
<p>Die individuelle Dimension umfaßt unsere Antriebe und Bedürfnisse, wie beispielsweise nach Zuwendung, Anderkennung und Stolz sowie Orientierung. Die materielle Dimension umfaßt alles, was auch die Erzielung von Nutzen - oder anders gesagt Mehrwert - ausgerichtet ist. Die dritte Dimension geht darüber hinaus und zielt auf rein inmaterielle Punkte wie Ideologien und Rechtfertigungen ab, mit denen wir unser Handeln und Tun rechtfertigen.</p>
<p>Mit diesem Wissen gewappnet, kehren wir noch einmal zu unserem kleinen Einführungsbeispiel zurück und versuchen alle Stakeholder, zugegeben vereinfacht, in eine der drei Dimensionen einzuordnen: Die Geschäftsführung hat eindeutig materielle Interessen. Unsere Software soll helfen, den Umsatz des Unternehmens sicherzustellen, weshalb ihre Interessen der materiellen Dimension zuzuordnen sind. Herr Krüger besteht auf einen Maskenaufbau analog zu seinem Excel-Sheet. Er ist überzeugt, in den letzten Jahren den optimalen Aufbau mit allen wichtigen Anforderungen gefunden zu haben. Hier sind wir in der ideelen Dimension, sein Excel-Sheet spiegelt seine Sicht der Dinge wieder. Abteilungsleiter Pachulke ist in jeder Sitzung anwesend, um seinen Status in der Firma zu sichern, auch wenn seine Anwesendheit eigentlich nicht erforderlich ist.</p>
<p>Versuchen Sie doch einmal mit Hilfe dieser Dreiteilung ein aktuelles Problem aus ihrem Projektumfeld einzuordnen. Vielleicht findet sich ja darüber eine Lösung.</p>
<div class="ressource"><strong>Quellen und Verweise</strong>
<ul>
<li>Kluge, Etymologisches Wörterbuch der dt. Sprache</li>
<li>Ulrich von Alemann, Organisierte Interessen in der Bundesrepublik</li>
</ul>
</div>
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