Archiv für die Kategorie ‘Bücher’

How the Mighty Fall: Toyota

Sonntag, 31. Januar 2010

How the Mighty Fall ist ein Buch von Jim Collins, der darin den Aufstieg und Fall von großen Unternehmen beschreibt und das erinnert mich gerade an Toyota.

Zur Erinnerung: Toyota hat diese Woche eine große Rückrufaktion für seine Wagen aufgrung von defekten Gaspedalen gestartet und im Rahmen der Wirtschaftskrise sich auf dem US-amerikanischen Markt übernommen.

Toyota? Die Firma, deren Management- und Produktionsmethoden nicht unberechtigt auch auf die agile Softwareentwicklungsbewegung großen Einfluß ausgeübt hat? Ich möchte hier nur einmal an Scrum und Kanban erinnern.

Wie kann das sein? Toyota wird wie soviele Unternehmen irgendwann seinem Erfolg erlegen sein und wollte in zu kurzer Zeit zu viel erreichen. Den auch in der Softwareentwicklung wissen wir, daß Zeitdruck und der Zwang zum Erfolg meist eine adversen Effekt hat und jedes System nur mit der ihm eigenen Geschwindigkeit wachsen kann.

Auch wenn manche schon vom Ende von Toyota sprechen, wird es dazu nicht so schnell kommen, denn nicht jede Krise bedeutet das Ende. Vielmehr ist die Frage immer, ob aus Krisen die richtigen Schlußfolgerungen gezogen und auch umgesetzt werden.

Die fünfte Disziplin

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Am Montag war der letzte Berliner Scrumtisch in diesem Jahr und Andrea Tomasini sprach über Kanban. Seine Vorstellung von Kanban sorgte unter den wenigen vorweihnachtlichen Teilnehmern für intensive Diskussionen. Vielleicht schaffe ich es ja noch ein paar Zeilen zu meinen natürlich rein subjektiven Ansichten dazu zu schreiben. Ehrlich gesagt, ich habe mich mit Kanban dabei nicht anfreunden können, auch wenn mir einzelne Ideen gut gefallen haben.

Der Buchdeckel von "The fifth Discipline"Nach dem Vortrag hat mich Tomasini auf das Buch The Fifth Disciplin von Peter M. Senge aufmerksam gemacht. Schon beim ersten Blätter wußte ich, das dieses Buch etwas für mich ist und habe es flugs bei A..... bestellt.

Nach Senger ist die fünfte Disziplin Systemdenken und faßt Personal Mastery, Mental models, Building shared vision und Team Learning zusammen. Das sind die ersten vier Disziplinen. Es geht also darum übergreifend zu denken und zu handeln, um Dinge zu vernetzen und so in Bewegung zu bringen.

Was mir an der Wikipedia-Zusammenfassung zum Buch besonders gut gefallen hat, sind The 11 Laws of the Fifth Discipline, die ich hier einfach einmal reinkopiere...

  1. Today's problems come from yesterday's "solutions."
  2. The harder you push, the harder the system pushes back.
  3. Behavior will grow worse before it grows better.
  4. The easy way out usually leads back in.
  5. The cure can be worse than the disease.
  6. Faster is slower.
  7. Cause and effect are not closely related in time and space.
  8. Small changes can produce big results...but the areas of highest leverage are often the least obvious.
  9. You can have your cake and eat it too ---but not all at once.
  10. Dividing an elephant in half does not produce two small elephants.
  11. There is no blame.

Ich kann hier nur elf Mal nicken, aber meine Lieblinge sind 1, 6, 7 und last-but-not-least 8.

Management von IT-Produkten erhalten

Dienstag, 15. September 2009

Schon vor einiger Zeit habe ich auf ein inzwischen nicht mehr ganz so neues, aber trotzdem sehr interessantes Buch hingewiesen.

Jetzt habe ich es mir endlich gekauft und scheine sogar die Zeit zu haben, es zu lesen... Anschließend werde ich eine kleine Zusammenfassung schreiben. Obwohl ich glaube, daß sie sich inhaltlich mit denen auf der Produktseite von Amazon decken wird. :-)

Buchempfehlung: Adreanlien-Junkies und Formular-Zombies

Donnerstag, 26. Februar 2009

Nach "Der Termin" erschien von Tom DeMarco 2001 "Spielräume", in dem sich DeMarco mit der Notwendigkeit auseinandersetzt auch unter hoher Belastung genügend Freiräume zu schaffen um auch langfristige Ziele verfolgen zu können. "Adrenalien Junkies und Formular-Zombies" ist die aktuelle Veröffentlichung von Tom DeMarco mit seinen der Atlantic Systems Guild-Partnern. In diesem Buch setzen sich Tom DeMarco und seine Partner mit aus ihrer Sicht typischen Verhaltensmustern im Projektgeschäft auseinander. Hierfür stellten sie 86 in Projekten beobachtete Verhaltensweisen zusammen, bei denen es sich sowohl um empfehlenswerte Muster als auch um Anti-Muster handelt. Die Muster beschreiben Verhaltensweisen, die zum Erfolg der beobachteten Projekte oder zum Gesamterfolg der sie praktizierenden Firmen beigetragen haben. Entsprechend beschreiben die Anti-Muster projektgefährdende Verhaltensweisen. Wer "Der Termin" kennt, wird viele Muster als auch Anti-Muster wiedererkennen können. Das Muster "Der Bleistiftstummel" ist beispielsweise die Entsprechung dazu, daß sie Webster Tompkins um eine gute Ausstattung seiner Projektteams kümmert, um deren Produktivität sicherzustellen. Auch die Rolle von Aristoteles Kenoros, dem Leiter des moravischen Software Engineering Institutes, findet sich indirekt in "Alte Hüpfer und junge Hasen" wieder. Dieser sich häufig einstellende Wiedererkennungseffekt und die leichte Schreibweise machen "Adrenalien-Junkies und Formular-Zombies" zu einer angenehmen und leichten Lektüre, wodurch die Schwächen den Buches kaschiert werden. Den das Buch leidet zum einen unter einer mangelnden Struktur. So sind die Muster weder nach einem ersichtlichen Schema strukturiert, noch als Muster oder Anti-Muster gekennzeichnet. Zum anderen divergieren die Musterbeschreibungen sowohl in Hinsicht auf Qualität und Umfang. Teilweise werden Muster umfangreich auf vier Seiten beschrieben, andere Muster bringen es auf nicht mehr als eine Seite. Das dem Leser keine Hilfestellungen für sein Handeln in bestimmten Situationen an die Hand gegeben werden und die mangelnde Untermauerung mit Fakten sind aber die Hauptmängel des Buches. Hier bieten andere neuere Erscheinungen wie "Softkills für Software-Entwickler" mehr Rüstzeug für den Projektalltag, auch wenn sie sich nicht so leicht lesen wie "Adrenalien Junkies und Formular Zombies". Auch bot hier Projekttagebuch von Webster Tompkins, welches am Ende jedes Kapitels geführt wurde, mehr und bessere Ansätze.

Wie auch schon bei "Der Termin" besteht der Charme des Buches darin, daß viele Verhaltensweisen mit eigenem Erlebten übereinstimmen. Der Wert von "Adrenalien Junkies und Formular Zombies" liegt darin, einen auf diese Punkte aufmerksamzumachen und einem die Möglichkeit zu verschaffen, eigene oder beobachtete Verhaltensweisen zu reflektieren, die aufgrund des Shifting-Baseline-Effekts selbst nicht mehr wahrgenommen werden. Trotz dieser überwiegend positiven Aspekte weist das Buch also schwere Mängel auf und zählt nicht zu den publizistischen Höhepunkten im Schaffen von Tom DeMarco, ist aber auf jeden Fall, auch wenn nur zur Reflektion, eine Anschaffung wert, denn alle von ihm beobachteten Punkte sind wahr.

Als Fazit bleibt festzuhalten, daß der Wert von DeMarcos Büchern in seiner Fähigkeit liegt, die in Projekten und Firmen herrschende Realität zu beobachten und uns auf bisher publizistisch-hohem und unterhaltsammen Niveau mitzuteilen. Seine Popularität begründet sich darin, dies wahrheitsgemäß zu tun und das seine Beobachtungen mit den Wahrnehmungen seiner Leser übereinstimmen. Gleichzeitig sollte uns die Notwendigkeit solcher Menschen wie Tom DeMarco auch Anlaß sein darüber nachzudenken, wie und von wem Projekte geleitet werden.

Buchhinweis: Management von IT-Produkten

Dienstag, 06. Januar 2009

Wir Software-Entwickler fokussieren uns bei unserer Arbeit berufsbedingt vor allem auf die Entwicklung von Software. Damit ist aber nur ein recht kleiner Anteil im Leben eines (erfolgreichen) Software-Produktes abgedeckt, auch wenn das berufsbedingt unser Schwerpunkt ist.

Software will wie jedes andere Produkt auch an den Mann oder die Frau bedracht werden, daher muß es auch ein Konzept für Marketing und Vertrieb geben. Zu oft wird auch vergessen, daß Software-Produkte vorallem dann sich in seinem Lebenszyklus betriebswirtschaftliche rentiert, wenn es einen funktionierenden Support für Kunden gibt. Dies ist ein nur allzuoft vergessener Punkt, dann Kunden wollen Support nicht nur dann haben, um im Fehlerfall abgesichert zu sein, sondern um auch vom Fachwissen des Anbieters zu profitieren.

Zu diesem Buch hat jetzt der Verlag dpunkt im letzten Monat ein eigenes Buch veröffentlicht: Management von IT-Produkten von Prof. Herzwurm und Prof. Pietsch.

Der erste Blick in das Inhaltsverzeichnis sieht vielversprechend aus. Sobald ich Zeit habe es mir zu beschaffen und zu lesen, werde ich eine ausführlichere Kritik veröffentlichen.