Tod den Statusmails, es lebe das Blog

Statusmails sind ein beliebtes Kommunikationsmittel, um Meilensteine oder wichtige Änderungen an alle Beteiligten zu kommunizieren. Richtig formuliert vermitteln sie schnell die wesentlichen Fakten und helfen uns besser den Stand an auch einen größeren oder nicht immer direkt beteiligten Personenkreis zu vermitteln.

Eigentlich ist das sehr gut, denn wir alle wissen, daß Kommunikation wesentlich über Erfolg oder Mißerfolg, Sieg oder Niederlage entscheidet.

Daher sollte ich eigentlich auch kein Problem mit ihnen haben. Habe ich aber. Das Problem ist, das es Mails sind. Widersprüchlich? Auf den ersten Blick sicherlich, aber ich habe auch mindestens ein gutes Argument dafür: Mails gehen in den Mailboxen ihrer Empfänger verloren.

Zum einen bin ich mir sicher, daß die meisten Statusmails ungelesen in vielen Mailboxen versauern, da die Empfänger gerade mit subjektiv wichtigerem beschäftigt sind. Das in der Mail behandelte Problem betrifft mich jetzt gerade nicht, das kann ich auch später lesen. Irgendwann ist diese Mail kann in der Inbox soweit hinten, daß wir uns gar nicht mehr an sie erinnern.

Was aber noch schlimmer ist, diese Statusmails sind immer nur für die verfügbar, die genau in diesem Augenblick an dem Projekt beteiligt sind. Wer später hinzukommt, hat keine Chance mehr an diese Informationen zu kommen. Und oft sind es aber genau diese Informationen, die Projektneulingen helfen zu verstehen, warum das Projekt jetzt da ist wo es ist und warum dies so und jenes so ist.

Kommunikation zwo.null

Ein Blog bietet hierfür eine wunderbaren Alternative. Chronologisch aufgebaut kann man sich in die Geschichte des Projektes einlesen, da die wichtigen Informationen zentral an einer Stelle gesammelt werden.

Ein berechtigter Einwand ist, daß nicht sichergestellt ist, daß das Blog auch gelesen wird, da man es ja explizit aufrufen muß (Pull-Prinzip), man bei Mails aber relativ sicher sein kann, daß jede Mitteilung auch beim Empfänger ankommt. Das stimmt, aber erhalten bedeutet noch nicht gelesen. Ich will damit nicht das Argument entkräften, denn ich teile die Ansicht auch. Doch wie wäre es mit einer Mailschnittstelle, die neue Blogeinträge einzeln oder aggregiert an einen Verteiler schickt? So könnten sinnvoll E-Mail und Blog als Kommunikationsmittel eingesetzt werden, ohne die bestehenden Vorteile zu verlieren.

Abschließend möchte ich aber noch einmal den wichtigsten Punkt hervorheben: Wie in einer Firma oder in einem Projekt kommuniziert wird ist ein Teil der Kultur der Organisation. Und ein Blog bleibt daher stehts nur ein Mittel zu Zweck.

Also, viel Erfolg und auch Spaß am eigenen Projektblog!

P.S.: Da ich nun nicht der erste bin, der sich zum Einsatz von Blogs in Projekten Gedanken gemacht hat, hier ein paar Links zum Thema:

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