Uff, raus isses

20. Juli 2010

In den letzten Wochen habe ich mich intensiv mit Multi-Touch-Anwendungen beschäftigt und am Ende ist dabei ein Artikel zu MT4j für das JavaMagazin entstanden, den ich jetzt, uff, fertig habe. An dieser Stelle vielen Dank an Uwe Laufs und Chris Ruff vom Frauenhofer IAO für Zusammenarbeit und Hilfe.

Dadurch ist leider wenig Zeit für das Bloggen geblieben, wobei es doch so viel Interessantes gegeben hat. Spontan fällt mir dabei der Post Glaskugel: Architektur in 2020 von Gernot Starke ein. Fünfzig-fünfzig denke ich dabei. Aber eigentlich doch super, endlich wird IT sexy ;-) Ich höre schon auf so manchem Campus Gespräche wie "Mein Freund studiert Software-Architektur!" "Ah, nimmst Du mich mal mit, das finde ich unheimlich interessant und vielseitig." Endlich Schluß mit Situationen wie "Was, Du bist IT'ler? Mit Dir kann man sich doch normal unterhalten...." Es kommen goldene Zeiten auf uns zu!

Nacht!

Touch-Screen mit Nebeneffekt

09. Juli 2010

Seit einiger Zeit steht auf meinem Schreibtisch zuhause ein Multi-Touch-Monitor, ein Acer T230H, mit dem ich grundsätzlich, abgesehen von dem billigen Einschalter, zufrieden bin.

Bei dem T230H handelt es ich um ein kapazitiv arbeitendes Gerät, das heißt, daß über der Monitoroberfläche ein elektrisches Feld aufgebaut wird. Berührungen erkennt ein solches Gerät über Veränderungen des Feldes, wenn sich zum Beispiel ein Finger der Oberfläche nähert und dadurch das Feld verändert wird.

So weit so gut. Heute war es in Berlin sehr heiß, erst der Abend hat Abkühlung gebracht, weshalb bei uns die Fenster geöffnet sind. Und diese Chance habe einige Insekten, angelockt vom Licht, genutzt, um sich Zugang in unsere Wohnung zu verschaffen.

Aber warum müssen sie jetzt auch noch den Monitor als Landebahn benutzen und so die Kontrolle über meinen Rechner übernehmen? ;-)

Auf der anderen Seite ist es auch interessant solche unvermuteten Nebeneffekte beobachten zu können.

Conway’s Law

19. Mai 2010

Mir kommt gerade mal wieder Conway's Law in den Kopf:

...organizations which design systems ... are constrained to produce designs which are copies of the communication structures of these organizations

Das Orginal gibt es unter http://www.melconway.com/research/committees.html auf der Homepage von Mel Conway. Immer mal wieder lesenswert, auch wenn es nie hoch wissenschaftlich bewiesen wurde.

stock.xchng, eine Bilderquelle

13. Mai 2010

Wer für seine Arbeit nach freiverwendbaren Bildern sucht, sollte sich die Community-Seite stock.xchng ansehen.

Hier stellen Fotografen unter meist sehr liberalen Lizenzen ihre Fotos zur freien Verfügung. Sehr empfehlenswert, wenn man rechtlich auf der sicheren Seite sein will. Darüberhinaus sind viele Motive wirklich gut und in einer ausreichend hohen Auflösung verfügbar. Damit sollten die meisten semi-professionellen Ansprüche abgedeckt sein. Wer Themenserien oder ähnliches benötigt, wird allerdings auch weiterhin auf rein kommerzielle Anbieter ausweisen müssen.

Fehlerkultur, vom Umgang mit Fehlern

08. Mai 2010

In dieser Woche war ich auf dem ersten Scrum-Day in diesem Jahr in München und saß, bildlich gesprochen, mit einem Vortrag zur Bedeutung von Unternehmenskultur für agile Softwareentwicklung auf der Reservebank, falls einer der geplanten Referenten ausfällt. Ausgefallen ist keiner, womit ich dann die Möglichkeit haben werde auf dem zweiten Scrum-Day in Berlin zum Ende diesen Jahres meinen Vortrag zu halten.

Was hat aber Unternehmenskultur jetzt mit agiler Entwicklung zu tun? Sehr viel! Liest man sich das agile Manifest durch, kann es nach meiner Meinung so zusammengefaßt werden, daß es für unseren Erfolg wichtiger ist, wie wir miteinander umgehen, als welche detailierten Prozesse wir versuchen einhalten. Wie wir mit einander umgehen, daß lernen wir in unserer Umgebung. Wir sehen, wie die anderen sich in unserer Umgebung verhalten, welche Strategien erfolgreich sind oder zumindest vor Schaden schützen, und passen uns daran an. Das paßt gut zur Definition von Kultur in Organisationen, wie ich sie bei Sonja Sackmann gefunden habe:

Organisationskultur ist die von einer Gruppe gemeinsam gehaltenen grundlegenden Überzeugungen, die deren Wahrnehmung, Denken, Fühlen und Handeln bestimmen und insgesamt typisch für die Gruppe sind.

Ein für uns sehr leicht nachvollziehbares Beispiel in der Softwareentwicklung ist der Umgang mit Fehlern. Defekte, das klingt doch wesentlich neutraler, gibt es in jeder Software, denn Software-Entwicklung ist zu komplex, um keine Fehler zu machen und sei es, daß es ab einem bestimmten Punkte nicht mehr wirtschaftlich vertretbar ist, eine Software gegen jeden Fehler abzusichern. Gute Projekte und Entwicklungsteams unterscheiden sich aber im Umgang mit Fehlern. Keiner macht gerne Fehler, denn das Fehlermachen wird negativ bewertet und oft in der einen oder anderen Form bestraft. Das kann ganz diffizil sein, beispielsweise wenn gleich gesagt wird: „Paß auf, nicht wieder die gleichen Fehler zu machen.“ Neulich habe ich in einem Projekt einen Softwarefehler gefunden und wollte zu dem für die Komponente verantwortlichen Entwickler gehen mit der Bitte, den Fehler zu beseitigen. Er sei im Urlaub sagten mir seine Kollegen, worauf hin ich meinte, daß das schlecht sei, denn er sei der Einzige, der den Fehler beheben könne, sagten sie, daß das vielleicht ja auch gut wäre, dann würde es vielleicht ja auch weniger Fehler geben. Ja, ja, der Truckfaktor. Aber, Wissensverteilung, Risikominimierung und Teamarbeit sind ja jetzt nicht mein Thema. Dieses Beispiel zeigt aber sehr gut, wie der Umgang mit Fehlern symptomatisch für die Kultur in einem Team ist. In einer solchen Umgebung werden Fehler bestraft, was dazu führt, Fehler zu vertuschen, zu leugnen, als nicht so wichtig hinzustellen, als sie zu beheben und daraus zu lernen.

In ihrem Buch „Soft Skills für Software-Entwickler: Fragetechniken, Konfliktmanagement, Kommunikationstypen und -modelle“ haben Uwe Vigenschow und Björn Schneider eine kleine Taxonomie von Fehlerkulturen aufgestellt, in der zwischen funktionaler und dysfunktionaler Fehlerkultur unterschieden wird.

Funktionale Fehlerkultur Dysfunktionale Fehlerkultur
Wie können wir Schäden minimieren? Wer hat Schuld?
Was ist die Ursache? Wie können wir den Fehler vertuschen?
Was können wir verbessern? Wem können wir den Fehler anhängen?
Was können wir verbessern? Wem können wir den Fehler anhängen?
Was können wir daraus lernen? Wir machen keine Fehler!
Typische Fragen und Aussagen für Fehlerkulturen

Welche Fehlerkultur herrscht bei Ihnen?

Agile Product Management with Scrum von Roman Pichler

30. März 2010


Mit seinem ersten Buch "Scrum - Agiles Projektmanagement erfolgreich einsetzen", hat Roman Pichler ein für die deutsche Scrum-Gemeinde wichtiges Buch geschrieben. Was mir an dem Buch besonders gut gefällt, ist der präzise Stil mit dem Pichler die wichtigen Grundlagen von Scrum erklärt, sodaß man das Gefühl hat sofort loslegen zu können, auch wenn dem vielleicht gar nicht so sein mag. Wer sich intensiver mit Scrum beschäftigt hat merkt, das Scrum und seine Grundlagen viel weiter reichen, als es auf den ersten Blick erscheint. Aber das ist ein anderes Thema.

Jetzt gibt es ein neues Buch von Roman Pichler: "Agile Product Management with Scrum", das zuerst auf Englisch bei Addison-Wesley erscheint, da Pichler mittlerweise in Großbritannien lebt. Eine deutsche Übersetzung ist bereits angekündigt und ich hoffe, daß diese von Pichler selber vorgenommen wurde.

Thema des Buches ist agiles Produktmanagement (Produktpolitik). Also all die Tätigkeiten, die bei einer Produktentwicklung notwendig sind, um ein Produkt erfolgreich weiterzuentwickeln.

Leider kann ich noch nicht allzuviel zum Buch selber sagen, da ich es erst heute bestellt habe und nach Angaben von Amazon die Lieferung erst im Mai erfolgen soll. Empfehlen kann ich aber in dem Zusammenhang "Management von IT-Produkten", auf das ich in diesem Blog-Artikel schon einmal hingewiesen habe. Das Buch gibt einen sehr guten Überblick über alle notwendigen Tätigkeiten im Umfeld von IT-Produkten. Der Anspruch des Buches dabei ist es eine Einführung in die Grundlagen zusammen mit einem theoretischen Überblick zu geben. Das gelingt den Autoren auch sehr gut, vorallem da sie sich bewußt sind, daß dies nur die Grundlage für eigenes Handeln sein kann. Pichlers Buch könnte da eine gute Ergänzung sein.

Thunderbird-Plugins Teil 4 – Quote Colors

18. März 2010

Screenshot von Quote Colors in Aktion Mails sind oft kurze Antworten auf andere Mails und ab einer bestimmten Anzahl von Mails, die im Ping-Pong-Verfahren, teilweise aus nur einem Satz bestehend, werden die Quotes immer unübersichtlicher.

Ab einer bestimmten Ebene sieht man einfach nicht mehr durch, welche Antwort sich worauf bezieht, da sie sich ja nur durch Anzahl der > unterscheiden (Voraussetzung ist natürlich, daß ein vernünftiger Mail-Client benutzt wird ;-) ).

Wer das Problem kennt, der sollte sich Quote Colors ansehen. Diese kleine Thunderbird-Erweiterung färbt die Zitate entsprechend ihrer Stellung ein. So bilden sich leicht übersichtliche farbliche Blöcke, die helfen die Übersicht zu bewahren.

Meine Empfehlung, weil es einfach auch gut aussieht und hilft die Übersicht zu bewahren.

Quellen und Verweise

Berlin Buzzwords am 7. und 8. Juni in Berlin

16. März 2010

Am 7. und 8. Juni diesen Jahres wird in Berlin die Berlin Buzzword 2010 stattfinden. Im Mittelpunkt dieser zweitägigen Community-Konferenz stehen all die Themen, die zur Zeit wohl als angesagt gelten dürften, wenn es um skalierbare Systeme und Massendatenverarbeitung geht; also Themen wie NoSQL, Hadoop, Lucene, Solr und und und. Isabel Drost, die auch das Berliner Hadoop Get Together organisiert und die treibende Kraft hinter Berlin Buzzword ist, hat in "Why 'Buzzwords'?" kurz erklärt, um welche Themen es auf der Konferenz gehen soll.

Derzeit läuft der Call-Of-Papers für die Konferenz. Wer also eine gute Idee für einen Talk auf Englisch und Zeit am 7. oder 8. Juni haben sollte und noch einen guten Grund sucht, um nach Berlin zu kommen, der kann sich gerne bei Berlin Buzzwords bewerben. Das ist übrigens auch die günstigste Art Zugang zur Konferenz zu bekommen. Momentan sind noch Karten zum Early-Bird-Preis von 297,50 € zu haben.

An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, daß ich bei der Organisation der Konferenz durch die Begleitung der Konferenz auf XING, Facebook und Co. mitwirke. Dies aber aus reinem Enthusiasmus für ein spannendes Thema und somit ohne irgendwelchen finanziellen Vorteile daraus zu erhalten. Der Eintrittspreis ist so ausgelegt, daß er die Konferenzkosten deckt.

Touch my Screen!

09. März 2010

Früher hatte ich einen Zettel an meinem Monitor, auf dem Stand, daß das kein Touch-Screen ist. Es gab einige Kollegen, die immer gern direkt auf dem Monitor gezeigt haben und ich mußte hinterher... Sie kennen das vielleicht noch selbst, denn bei CRT-Monitoren war das noch störender als heute.

Aber bald werden wir schreiben "Berühr mich!" und werden das ganz ernst meinen. Ich habe ja im letzten Artikel schon geschrieben, daß ich der festen Meinung bin, daß die neue Generation von Touch-Screens unsere Arbeit mit Computern verändern werden. Und für uns Software-Entwickler heißt das auch wieder: Auf zu neuen Ufern. Und dabei haben wir ja das letzte Ufer noch gar nicht richtig erkundet. Aber das ist ein anderes Thema.

Multi-Touch für Java!

Hier ist ein Demo, das sehr gut zeigt, was heute auch im Java-Ökosystem möglich ist.

Das Frauenhofer IAO-Institut hat für Java MT4J entwicklet, auf dem das obige Demo beruht. Also, was hält uns auf! Her mit den neuen Ideen!

Jump, jump, jump around

06. März 2010

Das erste Mal ist es mir bei einer Präsentation von ImmobilienScout24 aufgefallen. Statt eine Folie nach der nächsten einzublenden, flog ich als Betrachter von einem Ausschnitt einer Folie zum nächsten. Halt, Folien gab es bei dieser Präsentation gar nicht mehr. Nur eine große Mindmap und ich flog als Betrachter von einem Auschnitt zum nächsten. Wie in einer geflogenen Parabel stieg mein Auge vom aktuell gezeigten Ausschnitt auf, der dadurch immer kleiner wurde und landete auf einem anderen Abschnitt der Gedankenkarte. So muß sich eine Mücke fühlen, wenn sie im Sommer nach der idealen Stelle sucht, um uns zu piesacken oder der Pilot eines Senkrechtstarters, der einen Parkplatz in der Innenstadt sucht.

Es ist eine Prezi!

Das zuerst faszinierende Geheimnis dahinter ist prezi.com, einem Dienst, der es einem erlaubt Präsentationen auf eine andere Art und Weise zu gestalten. Statt das wir einzelne Folien aufbauen, wird eine Mindmap erstellt, die dann während der Präsentation abgeflogen wird. Sieht man so eine Präsentation zum ersten Mal herrscht Faszination pur.

Ich habe es jetzt zweimal gesehen. Der Effekt hat sich bei mir aber nur ein Mal so richtig eingestellt und das war es auch schon. Wahrscheinlich muß jetzt meine Dosis erhöht werden. Und ehrlich, eine gute Präsentation ist "nur eine Tapete im Hintergrund", wie einmal ein Professor von mir gesagt hat.

Was wirklich fasziniert

Auch wenn der Flug auf der Mindmap das dominierende ist, was mir und anderen im Kopf hängenen geblieben ist, ist etwas anderes bei genauerer Betrachtung viel faszinierender: das Verschwinden von Grenzen auf dem Bildschirm.

Klassische Office-Programm wie Word oder OpenOffice, aber auch Powerpoint waren ursprünglich für die Gestaltung von Drucksachen gedacht. Das was erstellt wurde, sollte als Endergebnis ausgedruckt werden. Damit war das Ergebnis auf die bekannten Papierformate physisch beschränkt. Das Web oder genauergesagt HTML hat diese Beschränkung zum ersten Mal aufgehoben. Aber nur in einer Richtung, nämlich vertikal. Konnte nicht alles auf einer Bildschirmseite darstellen, mußte gescrollt werden. Aber egal: Das wichtigste war der Bruch zu den klassischen Medien. War dort eine Seite voll, ging nicht mehr. Bei einer Webseite war das technisch nicht relevant.

Links und rechts sind aber die Grenzen bestehen geblieben. Zwar kennen viele Programme auch die Möglichkeit Inhalte ausschnittsweise anzuzeigen, aber dies war niemals zentrales Konzept. Die eigentliche Arbeitsfläche blieb immer beschränkt.

Grenzenlose Zukunft

Ich muß immer an den Anfang von Minority Report denken. Tom Cruise alias John Anderton steht vor einem riesigen trasparentn Display, das er durch Gesten steuert. Schnell holt er sich die Information "auf den Schirm", die er braucht. Er zommt, schiebt und dreht. Apple hat dieses Konzept in einer ersten Form mit seinen Interface für das iPhone in den Massenmarkt geholt und ich bin mir absolut sicher, wir werden in den nächsten Jahren hier eine gewaltige Innovation im UI-Bereich erleben. Touchscreens werden ihr Nischendasein aufgeben und Massenprodukte mit Multi-Finger-Input werden. Windows 7 unterstützt Touchdisplays bereits und der Einstiegspreis liegt so rund um die 300.- Euro für ein Touchdisplay. Finger sind unsere natürlichen Aktoren, um mit der Umwelt zu interagieren, die Maus nur ein Hilfsmittel, eine Übergangslösung.

Jetzt fehlen nur noch die Bibliotheken, um die Interfaces der Zukunft auch in den Massenmarkt zu holen und nicht nur bestehende Konzepte aufzubohren. prezi.com zeigt diesen Ansatz und kann für Präsentationen eine ganz eigene Ästhetik entwickeln.

Quellen und Verweise